Kinetic Analysis | Brabant Brand Box

Kinetic Analysis: Sportler zu optimaler Leistung bringen

Kinetic Analysis entwickelt innovative Produkte zur Datenerfassung und Datenanalyse, die bahnbrechenden Einfluss auf Sport, Gesundheit und Vitalität haben werden.

Vom Sportphysiotherapeuten zum Datenspezialisten: auf den ersten Blick ein ungewöhnlicher Karrierewechsel. Für Maarten Gijssel – Gründer von „Kinetic Analysis“ – war es ein logischer Schritt. „Physiotherapeuten sind Spezialisten für Bewegung", erklärt er. „Um in diesem Beruf effektiv zu arbeiten, kommt man heutzutage jedoch nicht ohne Experten für Bewegungsdaten aus.“

Maarten Gijssel ist ganz bestimmt nicht jemand, der „nach Gefühl“ arbeitet. Seiner Ansicht nach wird das subjektive Urteil sowohl des Klienten als auch des Therapeuten in der Physiotherapie häufig überbewertet. Das sieht er auch im Sport: Allzu oft stützen sich die Trainer bei ihren Entscheidungen auf Emotionen und „Bauchgefühl“. Diese Einsicht motiviert ihn zu einem Studium Gesundheitswissenschaften. Dabei entsteht seine Begeisterung für die Arbeit mit Bewegungsdaten, was 2012 zur Gründung von „Kinetic Analysis“ führt. Acht Jahre später haben Gijssel und sein Team sich mit ihren Systemen für Datenerfassung und Datenanalyse internationales Renommee erworben. Und sie arbeiten mit führenden Forschungsinstituten in In- und Ausland zusammen. An innovativen Produkten, die – wenn es an ihnen liegt – bahnbrechenden Einfluss auf die Felder Sport, Gesundheit und Vitalität haben werden.

„Wir wissen, worum es geht, und wir können es zudem auch realisieren“

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Foto: Bart van Overbeeke

Mit den richtigen Daten Verletzungen vorbeugen

„Das Schöne an Daten ist, dass man mit ihnen Modelle erstellen kann, mit denen man Vorhersagen treffen oder die Effekte einzelner Entscheidungen aufzeigen kann", sagt Gijssel. „Eine der schwersten Verletzungen, die sich ein Fußballer zuziehen kann, ist ein Riss des vorderen Kreuzbands. Wenn eine Operation fällig ist, folgt darauf eine Reha von gut neun Monaten. Mit den richtigen Daten lässt sich eine solche Verletzung verhindern. Die meisten Verletzungen sind nämlich nicht das Ergebnis eines Sturzes oder eines Kontakts mit einem anderen Spieler, sondern von falscher Belastung: Müdigkeit zum Beispiel vermindert das Koordinationsvermögen und hat negativen Einfluss auf das Timing. Das führt dazu, dass man sich falsch bewegt. Das können wir messen.“

Mit den geeigneten Daten kann man Sportler auch zu optimaler Leistung verhelfen. Von Anfang an eine der Hauptzielsetzungen von Kinetic Analysis.

Intelligentere Methoden zur Datenerfassung

Das Unternehmen – damals noch ein Einmannbetrieb – konzentriert sich zunächst auf die Erforschung von Wirksamkeit und Genauigkeit innovativer Technologie im Sport und im Gesundheitswesen. Das macht Maarten Gijssel nicht nur zu einem gefragten Referenten und Berater auf diesem Gebiet, sondern führt auch zu einem reichhaltigen Fundus von Bewegungsdaten. Mit dem Hintergedanken „mache nicht ganz allein, was jemand anders viel besser kann" tut er sich mit einem Datenexperten zusammen, der die Automatisierung der Datenanalyse übernimmt. Zu diesem Zeitpunkt sammelt er seine Daten noch auf die altmodische Art: Mit zählen. Und das kostet viel Zeit. Maarten Gijssel: „Wir haben uns also überlegt, wie man Daten cleverer erfassen kann. Eine Lösung: „Wearables“, wie zum Beispiel Kleidung, in die Sensoren eingearbeitet sind. „Doch die Produkte, die wir vor Augen hatten, gab es noch nicht. Die mussten wir selbst entwickeln.“ Dazu braucht es dann wieder andere Spezialkenntnisse. Mittlerweile haben sich auch ein Ingenieur, ein Designer, ein Software-Entwickler und ein Bewegungswissenschaftler dem Team angeschlossen. Mit Basis Jheronimus Academy of Data Science (JADS) in 's-Hertogenbosch arbeiten sie u.a. mit der Technischen Universität Delft, Fachhochschulen in Breda, Eindhoven und Den Haag sowie Fachleuten aus Sport und Gesundheitswesen an verschiedenen innovativen Produkten zusammen.

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Foto: Bart van Overbeeke

„Mit den richtigen Daten lässt sich eine Verletzung verhindern"

Wer läuft die längste Strecke?

Drei davon werden dieses Jahr über Spin-offs auf den Markt gebracht. Wenn man Gijssel fragt, welches davon er bevorzugt, kann er sich kaum entscheiden. Ein in technischer Hinsicht relativ simples Produkt ist Skillvol, ein Sensor für den Teamsport Hockey. „Aber es ist ein sehr schönes Produkt, weil es eine Verbindung schafft, sowohl auf dem Spielfeld als auch daneben. Es trägt hoffentlich dazu bei, dass wieder mehr Leute Mitglied eines Sportvereins werden.“ Die über den Sensor gesammelten Daten geben nicht nur Aufschluss darüber, wie intensiv jemand trainiert (wichtig zu wissen, weil eine zu hohe Trainingsintensität zu Verletzungen führen kann), sie sind auch Input für einen gegenseitigen Wettkampf: Wer läuft die längste Strecke auf dem Feld? Wer macht die meisten kurzen Sprints und wie schnell sind die?

Intelligente Pflaster

Von ganz anderer Art ist das intelligente Pflaster, das Kinetic Analysis in Zusammenarbeit mit dem Royal Institute of Technology in Stockholm und dem European Institute of Innovation & Technology (EIT) entwickelt. Nachdem Dijssel an der schwedischen Universität einen Vortrag über Innovation im Sport gehalten hatte, wurde er von zwei Forschern angesprochen. Sie haben eine Methode entwickelt, mit der sich über Schweißtropfen der Milchsäuregehalt im Blut messen lässt. Für Ausdauersportler eine nützliche Information. Denn damit lässt sich ziemlich exakt die richtige Trainingsintensität bestimmen: Wenn der Laktatgehalt zu hoch ist, „übersäuern“ die Muskeln und man sollte das Training stoppen. Ist er sehr niedrig, kann man noch einen Zahn zulegen. „Eine Messung des Laktatgehalts beim Sport gibt es schon“, sagt Maarten Gijssel. „Aber dazu muss Blut abgenommen werden. Nicht gerade praktisch – wenn man sich zum Beispiel gerade mitten in einem Zeitfahren befindet.“

Die Schweden sind auf der Suche nach einem Partner, der ihnen dabei hilft, ihre wissenschaftliche Entdeckung in ein für die Zielgruppe attraktives Produkt umzusetzen: Etwas, was für Ausdauersportler einen echten Fortschritt bedeutet und was sich unkompliziert benutzen lässt. Maarten Gijssel: "Wir waren für sie der ideale Partner: Wir wissen, worum es geht, und wir können es zudem auch realisieren.

Breites Fachwissen und solider Kontakt mit der Praxis

Es erweist sich als echte Herausforderung. Es muss (erschwingliche!) Elektronik entwickelt werden, die in der Lage ist, Daten in Echtzeit an ein Handy zu senden. Und eine App, die die Daten in verständliche und nutzbare Informationen umwandelt. Aber wenn man wirklich für sein Produkt begeistern und nicht nur Spitzensportler und Trainer ansprechen will, muss man etwas Besonderes bieten. Die Angaben zu den Laktatwerte sind daher mit Trainingsratschlägen und motivierenden Meldungen verknüpft, die die Sportler dazu ermutigen, das Beste aus sich herauszuholen. Dabei zahlt sich das breite Fachwissen und der solide Kontakt zur Praxis von Kinetic Analysis aus. Sie interviewen eine große Zahl von (vor allem) Läufern und Radfahrern, um deren Wünsche und Bedürfnisse zu erfassen, holen sich Anregungen für Trainingsempfehlungen von Toptrainern und testen jetzt das intelligente Pflaster bei verschiedenen europäischen Olympiamannschaften.

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Foto: Bart van Overbeeke

Werde ich damit schneller? Dann klebe ich es mir drauf!

Das Schöne an dem Pflaster ist, dass es möglicherweise bald auch im Gesundheitssektor nützlich sein kann. Den viele verschiedene Erkrankungen, darunter auch der Nieren, können erhöhte Laktatwerte zur Folge haben. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Produkt für den Sportmarkt entwickelt wird und später seinen Weg in den Gesundheitssektor findet. „Wir wollen ein Produkt immer so bald wie möglich testen", erklärt Maarten Gijssel. „Im Gesundheitswesen nimmt das viel Zeit in Anspruch. Man muss alle möglichen Vorschriften einhalten. Doch wenn man einen Sportler fragt, ob er das Pflaster ausprobieren möchte, wird er sagen: ‘Werde ich damit schneller? Dann klebe ich es mir drauf!” Nicht umsonst entwickelt Kinetic Analysis viele Produkte vor allem für und mit dem Spitzensport, wo der kleinste technologische Vorteil den Unterschied zwischen Sieg und Verlieren bedeuten kann. Wenn Spitzensportler ein Produkt begrüßen, zieht der Freizeitsport bald nach.

Der Wert von Daten

Außerordentlich nützlich für Sport sowie auch Gesundheit hat auch das dritte Produkt, das demnächst auf den Markt kommt: „Sportlapp“ – Ein Bewegungsdaten-Analysetool für Trainer, Coaches und Therapeuten. Das Tool kombiniert Daten, die über Sensoren am Körper gewonnen werden, mit einer Videoaufzeichnung des Sportlers. Wenn der Therapeut oder Coach auf seinem Tablet die Aufzeichnungen heranzieht, bekommt er nicht nur die Messdaten zu sehen, sondern auch, ob der Sportler ein Problem hat, worauf es beruht und was dagegen unternommen werden kann. Häufig geht es dabei um ein Problem, von dem der Sportler sich selbst (noch) nicht bewusst ist. Maarten Gijssel: „Mit unseren Daten können wir schnell und einfach Sachen aufzeigen, die man sonst nicht sieht oder erst nach umfangreichen Recherchen entdecken würde. Zum Beispiel, dass ein Fußballer den Ball nicht richtig trifft, weil er ein Schulterproblem hat.“ „Das ist der Nutzen von Daten“, sagt er. Darin liegt auch der Mehrwert von Kinetic Analysis. Sie verfügen mittlerweile über eine Fülle an Bewegungsdaten und wissen besser als jeder andere, wie man sie intelligent nutzt.  

 „Als Physiotherapeut konnte ich täglich etwa 20 Menschen behandeln“, sagt Maarten Dijssel abschließend. „Jetzt entwickeln wir Tools, die es anderen ermöglichen, sehr viele Menschen zu unterstützen, sowohl auf dem Gebiet des Sports als auch gesundheitlich. Auf diese Weise erzeugen wir viel mehr Impact!“

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