Stella Lightyear, Lightyear 1

Brabanter Studenten bauen Solar-Familienauto

Als Brabanter Studenten gewannen sie die Solar Challenge mit Stella, einem Solar-Familienauto. Daraus entstand das Unternehmen Lightyear. Die Herausforderung: dieses Auto echt auf den Markt bringen. Die Inhalte der Brabant Brand Box dürfen kostenlos für positive Darstellungen von Brabant verwendet werden.

Brenna question

Vom Spielzeug für Technologen bis zum Fahrzeug für den Alltag

Am Automotive Campus (Helmond) hat einer der innovativsten Start-ups der Niederlande seinen Sitz: Lightyear. Post-its an den Wänden, Schreibtische übersät mit Skizzen und Zeichnungen. Etwa dreißig junge Menschen feilen hier an der Verbraucherversion des ersten Familienautos der Welt, das vollständig auf Sonnenenergie fährt. Ende 2019 ist „The One“ bereit zum Verkauf. Das Auto ist von vorn bis hinten mit Solarzellen bedeckt. The One wird echt Auswirkungen auf den Umweltschutz haben, erwartet das Unternehmen.

Stella Lux en Stella Vie, photo: Bart van Overbeeke
Foto: Bart van Overbeeke

"Auto fahren auf Sonnenenergie ist keine Science-Fiction"

Formel 1 für Autos auf Sonnenenergie

Die Initiativnehmer von Lightyear kennen einander seit Jahren: Während ihres Studiums an der Technischen Universität Eindhoven nahmen sie als Studententeam an der Solar Challenge in Australien teil. Mitbegründer Martijn Lammers: „Die Solar Challenge ist die Formel 1 für Autos auf Sonnenenergie. 2013 war die erste Ausgabe dieses Rennens und wir wurden gleich Weltmeister.“ Niederländische Techniker ernten bereits seit Jahren weltweit Anerkennung mit ihren Solarautos, mit denen sie häufig Langstreckenrennen gewinnen. Die Eindhovener Studenten zeichneten sich aus, da ihr Auto, die Stella, eine Brücke zwischen Spielzeug für Technologen und alltagstauglichem Fahrzeug schlägt.

"Nur auf Sonnenenergie über die ganze Welt"

Lammers: „Mit aufgeladenem Akku fährt man 800 km. Gibt es ausreichend Sonnenschein, dann ist die Stella nicht nur energieneutral, sondern sogar energiepositiv: sie erzeugt mehr Strom als sie verbraucht. Es ist ein geräumiges, bequemes Fahrzeug, in dem vier Personen Platz haben.“ Und dieser letzte Punkt ist für Lammers wohl der wichtigste. „Wir wollten Menschen einsehen lassen, dass es echt möglich ist: Ein nur durch Sonnenenergie angetriebenes Auto, das über die ganze Welt fährt und zugleich auch praktisch ist. Die Stella ist von der niederländischen Kfz-Zulassungsstelle RDW für den Markt zugelassen worden. Auto fahren auf Sonnenenergie ist keine Science-Fiction, das muss jetzt wohl allen klar sein.“

Selbstaufladende Stella interessant für China

Nach ihrem Sieg reisten die Studenten über die ganze Welt, damit man die Stella überall kennen lernen konnte. Lammers erzählt, wie Chinesen die mögliche Tragweite sofort erkannten. „In chinesischen Städten leiden Bewohner unter starker Luftverschmutzung. Da die meisten Menschen dort in Wolkenkratzern wohnen, ist ein Konzept mit Ladestationen nicht praktisch. Für sie ist unser selbstaufladendes Auto darum sehr interessant.“

Die Reisen mit der Stella werden von Unternehmen wie NXP gesponsert. „Sie stellen selbst viele Autoprodukte her, also sind wir für sie ein schönes Paradebeispiel.“ Überall wurde die Frage gestellt, ob das Auto zu haben sei. Nein, das nicht, mussten Lammers und seine Freunde dann antworten. Zu ihrer eigenen Frustration.

Autoindustrie ist zurückhaltend

2015 saßen die Jungs wieder beieinander. „Wir wussten, dass wir etwas Gutes hatten, aber wir wollten mehr.“ Nicht nur andere inspirieren, sondern auch wirklichen Einfluss auf die Autobranche und somit auf die Umwelt ausüben“, erzählt Martijn Lammers. Ein innovatives, nachhaltiges Konzept, das gut funktioniert, eine Weltmeisterschaft, Interesse aus der ganzen Welt...Erfolg versichert, sollte man denken. Dennoch ist es noch kein gewonnenes Rennen für die Solarautos. „Die Autoindustrie übernahm unser Konzept nicht. Selbstauferlegte Normen hielten Unternehmen zurück, genau wie damals beim elektrischen Fahren mit Ladestationen.“ Sehr schade, auch wenn Lammers Verständnis für diese Zurückhaltung hat. „Man muss den Mut haben, wieder bei Null anzufangen. Und man muss den Mut haben zu investieren.“

"Wir legen alle zusammen pro Jahr ein Lichtjahr auf fossile Kraftstoffe zurück"

Stella Lightyear, Lightyear 6
Foto: Stella Lightyear

Automotive Campus

Die Jungs erlebten allerdings die Freiheit zu innovieren und beschlossen deshalb den Schritt zur Unternehmensgründung. „Weil wir so echt einen Beitrag leisten können.“ Ein Name war schnell gefunden. Lammers: „Wir legen alle zusammen pro Jahr etwa 9.500.000.000.000 km auf fossile Kraftstoffe zurück. Das ist ein Lichtjahr.“

2016 startete Lightyear mit fünf Designern am Küchentisch - einige davon direkt aus dem Hörsaal. Es geht schnell mit dem Unternehmen. „Im Sommer 2017 waren wir bereits zu zehnt. Da sind wir zum Automotive Campus in Helmond umgezogen. Hier haben wir alle Einrichtungen, die man zum Entwurf eines Autos braucht. Wie zum Beispiel eine Crashwand und Klimatests.“ Lightyear verfeinerte das Modell der Solar Challenge, um den Schritt auf den Markt zu ermöglichen.

"In dieser Region gibt es umfangreiche Kenntnisse, auch an der Uni"

Team Lightyear, photo Bart van Overbeeke
Foto: Bart van Overbeeke

Talentsuche

Inzwischen hat sich die Zahl der Beschäftigten bereits verdreifacht. Aber einfach sei es nicht, um gutes Personal zu finden, erzählt Lammers. „Unsere größte Herausforderung ist der Aufbau des Unternehmens.“ Marketing, Verkauf, Finanzen - damit haben wir keine Erfahrung. Es ist nicht leicht, Talente anzuziehen; Menschen haben Angst, den Arbeitgeber zu wechseln, oder finden unser Unternehmen zu jung." Großes Plus ist in der Hinsicht, was Martijn Lammers „das Ökosystem der Unternehmen in Eindhoven“ nennt. „Wir sind hier bekannt, haben ein gutes Netzwerk. In dieser Region gibt es umfangreiche Kenntnisse, auch an der Uni. Dadurch kennen wir genug Leute, die uns uneigennützig helfen wollen.“

Investoren

Außer betriebswissenschaftlicher Expertise benötigt Lightyear vor allem Geld, um Ende 2019 die ersten Autos vom Band rollen zu lassen. Aber auch dabei helfe das Netzwerk, erzählt Lammers. „Wir haben eine Gruppe Investoren, die uns in eigenem Namen unterstützen. Das sind Menschen, die unsere Geschichte kennen. Wir sind jetzt auf dem richtigen Weg, unsere Ziele zu erreichen und dann in wenigen Jahren auf mehrere tausend Autos pro Jahr weiterzuwachsen.“ Inzwischen sucht Martijn weiter nach Investoren und reist dazu durch ganz Europa. Per Bahn. Noch eine Weile.

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