Automotive Campus, Altran, photo Peter van Trijen

Automotive Campus: eine Brutstätte für Innovationen

Der Automotive Campus in Helmond ist eine Brutstätte für Innovationen im Bereich der Mobilität. Edwin Heesakkers, Altran, erzählt über den Hightech-Hotspot. Die Inhalte der Brabant Brand Box dürfen kostenlos und urheberrechtsfrei für positive Darstellungen von Brabant verwendet werden.

Hotspot für Hightech auf Rädern

Unterwegs zum Automotive Campus in Helmond landet man auf der A270 fast unbemerkt auf einer Teststrecke für Innovationen im Bereich der Mobilität. Hier wird nämlich Real Life getestet, was am Campus entworfen wird. Eine der Brutstätten auf dem Gelände ist Altran Engineering, Weltspieler der angewandten Technologie für – hauptsächlich – die Auto- und Schifffahrtindustrie. „Aus dem Mund der Techniker hier wird man das nicht so schnell hören, aber hier geschieht etwas Einzigartiges“, sagt Edwin Heesakkers, Director Business Development bei Altran.

Automotive campus, Helmond, photo Bart van Overbeeke
Foto: Bart van Overbeeke

Altran hat an diesem Standort bereits seit Jahren seinen Sitz, früher als Forschungs- und Entwicklungszentrum von NedCar, später von Benteler. Das Unternehmen ist einer der Mitbegründer des Automotive Campus. „Im Herzen des technischen Fortschritts innerhalb der Smart Mobility“, wie Edwin Heesakkers den Ort beschreibt. „Unweit vom Brainport Eindhoven, mit dem Hightech Campus der TU Eindhoven als gutem Nachbarn“, fügt der Interim Manager hinzu. „Man könnte sich die Frage stellen, wozu wir in den Niederlanden einen Automotive Campus brauchen. Wir haben schließlich keinen enormen eigenen Markt für die Autoherstellung wie in Deutschland. Aber wenn es ums Engineering geht, finden wir schon weltweit Beachtung.”

Automotive Campus, Edwin Heesakkers, Altran. Photo Peter van Trijen
Foto: Peter van Trijen

"Als Living Lab für technologische Neuerungen ist der Automotive Campus ein Walhalla"

"Living Lab" für technologische Innovationens

Aus seinem strahlend weißen Chefzimmer im zweiten Stock des Gebäudes von Altran (der früheren Forschungs- und Entwicklungseinrichtung von NedCar und später vom deutschen Benteler) überschaut Heesakkers das Campusgelände. „Dort rechts“, zeigt er, „verfügt TNO über ein vollständiges Testzentrum. Und links liegt noch die alte Teststrecke, wo Volvos getestet wurden; die möchten wir anpassen und wieder als Teststrecke für unter anderem Altran nutzen. Übrigens verdanken wir es unserem Vorgänger Volvo NedCar, dass der Automotive Campus in Helmond angesiedelt ist. Wir haben hier noch Beschäftigte, die an der Entwicklung der Volvo-Modelle 480, S40 und V40 sowie an zahlreichen anderen Modellen mitgewirkt haben. Hier sind noch umfangreiche Kenntnisse verfügbar und sie werden durch die am Campus vertretenen Forschungseinrichtungen noch umfangreicher.“

Neben den Fachhochschulstudenten von Fontys gibt es hier am Campus auch hunderte Berufsschüler von Summa Automotive sowie mehrere Dutzend Masterstudenten der TU/e. „Als Living Lab für technologische Neuerungen ist der Automotive Campus ein Walhalla“, sagt Heesakkers. „Das gilt gleichermaßen für neue Unternehmen der Autobranche. Als Neuling würde ich hier absolut hinwollen. Hier, an diesem Hotspot für Hightech auf Rädern, spielt es sich ab. Es sind goldene Zeiten um goldene Jahre zu schaffen. Welche Wünsche wir als Campus sonst noch haben? Ein Forschungsinstitut für autonomes Fahren, wo wir gemeinsam an die Arbeit gehen können.“

Hauch der Geheimhaltung

Der Hauch der Geheimhaltung, der um Altran Engineering hängt, macht sich auch im Gespräch mit Heesakkers bemerkbar. Unten im Labor, wo Hightechsysteme und Autoteile auf unter anderem Lebensdauer und Funktionalität getestet werden, arbeite man derzeit an einigen Husarenstücken, erzählt er. „Viel kann ich dazu nicht sagen, aber wir beschäftigen uns beispielsweise mit einem vollständig gepanzerten Auto. Das bedeutet, dass es zu einem erheblichen Teil neu konzipiert werden muss.“

Später, während der Führung durchs Testzentrum, stoßen wir auf einen selbstfahrenden Shuttle, der für den Transport nach Singapur bereitsteht. „Den haben wir in Auftrag von 2getthere – einem renommierten Unternehmen im Bereich des automatisierten Transports – entwickelt und montiert”, erzählt Heesakkers. „Der 6 Meter lange „People Mover“ ist Teil eines völlig neuen autonomen Fahrzeugsystems. Der Shuttle wird beim Ein- und Aussteigen der Fahrgäste über eine Ladeeinrichtung unter dem Fahrzeug - „Charging Plate“ genannt - automatisch aufgeladen.“ Ein paar Schritte weiter steht ein Auto versteckt unter einem schwarzen Tuch hinter einem Sichtschutz. „Den testen wir gerade ausgiebig; er kommt erst in zweieinhalb Jahren auf den Markt.“

State of the art

Was den Automotive Campus zu einem interessanten Campus macht? „Die technologischen Innovationen, die hier entstehen, und die umfangreichen (Test)einrichtungen, die sind wirklich State of the Art“, sagt Heesakkers. „Hier bauen Forschungsstätten, staatliche Einrichtungen und Unternehmen gemeinsam an der Zukunft der Mobilität. Was die Wirtschaft angeht, handelt es sich sowohl um internationale Spieler als auch um KMU und Start-Ups. Team FAST mit dem Bus auf Ameisensäure beispielsweise, und Lightyear mit dem elektrischen Auto, das über Sonnenenergie aufgeladen wird. Neben den Megaunternehmen Altran, VDL und DAF gehören Starter absolut zu einem Campus; die bringen einen frischen Wind mit.“

Automotive campus in Helmond, photo Bart van Overbeeke
Foto: Bart van Overbeeke

Im Vergleich zum Hightech Campus in Eindhoven herrscht am Campus in Helmond laut Heesakkers eher eine Jeder-kennt-jeden-Kultur. „Typisch in Brabant. Und es ist hier noch ziemlich klein angelegt. So knüpft man eher Kontakte miteinander und sucht einander schneller auf. Auch weil man einander braucht: gemeinsam erreicht man so viel mehr.“

"Die technologischen Innovationen, die hier entstehen, und die umfangreichen (Test)einrichtungen, die sind wirklich State of the Art"

Automotive campus Altran, photo Peter van Trijen
Foto: Peter van Trijen

Faszination für Mobilität

Die Begeisterung, mit der Heesakkers über den Campus redet, hat sicher auch etwas mit seiner Faszination für Mobilität zu tun. „Man nennt mich hier bei Altran bereits Mister Campus“, scherzt er. In seiner Freizeit ist er mit der Entwicklung eines Fahrzeugs beschäftigt, das die Mitte hält zwischen einem E-Bike und einem Auto. „Einfach, weil es mir Spaß macht. Es fasziniert mich maßlos, dass Mobilität wohl der größte Industriezweig der Welt ist. Das war schon bei meinem Studienabschluss bei Fokker so. Den ganzen Tag werden Menschen und Güter befördert. Wir fahren mit dem Auto zum Einkaufen, fliegen in den Urlaub, holen die Kinder mit dem Fahrrad ab. Man könnte sagen, dass sich eigentlich alles, was wir tun, um Mobilität dreht. Bis hin zu Kinderwagen und Rollatoren. Ich sehe denn auch in dem Bereich ein ständiges Wachstum voraus, auch für den Automotive Campus.“

Was ist Automotive?

Automotive beinhaltet alles, was zur Autoindustrie gehört: vom Entwurf und von der Entwicklung und Herstellung bis hin zum Marketing und Verkauf von Autos und anderen Kraftfahrzeugen. Von selbstfahrenden und elektrischen Autos, Bussen und Zügen bis hin zu hochintelligenten Ampeln und Autos, die unterwegs mit Einrichtungen am Straßenrand kommunizieren. Vom Umsatz her ist die Autoindustrie einer der weltgrößten Wirtschaftssektoren.

Automotive Campus: kurz zusammengefasst

Der Automotive Campus begann 2009 in Helmond. Die Stadt kennt eine lange Geschichte der Autoentwicklung. Schließlich ist davon vor allem das Engineering auf dem Gelände übrig geblieben. Später kamen dort noch das Testzentrum der niederländischen Organisation für angewandte naturwissenschaftliche Forschung TNO und die Verkehrszentrale der niederländischen Verkehrsbehörde für den Südosten der Niederlande mit einem Innovationszentrum hinzu. Inzwischen zählt der Campus etwa vierzig Spieler. Man richtet sich auf vier Schwerpunkte: Smart Mobility (hauptsächlich Connected Cars und autonomes Fahren), Green Mobility (alternative Kraftstoffe), Triple Helix (Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, staatlichen Einrichtungen und Bildungseinrichtungen) sowie ein günstiges Standortklima (Ausstrahlung, gute Einrichtungen, Lebensbedingungen und Erreichbarkeit). Der Begriff Campus ist hier in allen möglichen Einrichtungen deutlich sichtbar: Räume für Tests, Forschung, Lernen, Besprechungen. Aber auch flexible Arbeitsplätze, Kongressräume, ein gemeinschaftliches Restaurant sowie Arbeitsräume speziell für Start-ups.

Tatsachen & Zahlen

  • 11.000 m² Büro-, Werkstatt- und Laborflächen
  • 550 Ingenieure und Wissenschaftler
  • Über 450 Studenten
  • 40 Unternehmen und Organisationen
  • 25 Labore und Testeinrichtungen
  • Über 100 Veranstaltungen pro Jahr
  • 10.000 Besucher pro Jahr

Weitere Informationen finden Sie unter:

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