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Im HTSM-Sektor will Brabant weltweit führend sein

Philips schuf im vergangenen Jahrhundert ein starkes Fundament in Brabant; zahlreiche Nachfolger gewährleisten auch weiterhin die Spit-zenposition der Provinz.

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Brabant verstärkt weiterhin seine Position als Vorzeigestandort für den niederländischen und europäischen High Tech Systems and Materials (HTSM)-Sektor. Die Provinz nutzt dazu eine zielgerichtete Zusammenarbeit zwischen staatlichen Einrichtungen, Wirtschaft sowie Forschungsinstituten, sowohl regional als auch überregional. Der Erhalt dieses Erfolges ist jedoch nicht selbstverständlich; vieles wird von der Fähigkeit der Beteiligten in der Region abhängen, um ihren Platz inmitten eines immer stärkeren weltweiten Wettbewerbs, einer zunehmenden Nachfrage nach Flexibilität und Maßarbeit bei der Produktion sowie eines weltweiten Mangels an Hightechfertigkeiten zu behaupten.

Der HTSM-Sektor wurde vor etwa sieben Jahren ‚offiziell‘ zu einem Spitzensektor des niederländischen Staates ausgerufen, wobei man sich auf 15 Bereiche fokussiert, variierend von ausgeklügelten Instrumenten und Photonik bis hin zu Nanotechnologie und Halbleitergeräten. Aber auch vor dieser formalen Anerkennung des Sektors - die unter anderem im Hinblick auf die Finanzierung von Forschung, Entwicklung sowie Erweiterung der Produktionskapazität erfolgte - war der Hightechsektor in Nordbrabant gut vertreten. Die Kraft, die bereits früh im vorigen Jahrhundert von Philips und weiteren Innovatoren ausging, leistete konkret einen Beitrag zur Entstehung eines technologiegestützten Ökosystems, das heute aus Multinationals wie ASML, FEI (Thermo Fisher Scientific), Signify, NXP, Vanderlande sowie einer Vielzahl innovativer Klein- und Mittelunternehmen und Start-ups, die Teil der Zulieferkette sind, besteht.

Zusammenarbeit bleibt essenziell für einen Sektor mit einem weltweiten Fußabdruck und der wird vom internationalen Konkurrenzdruck beeinflusst. „Der Sektor hat weltweit mit einigen Faktoren wie einer zunehmenden technischen Komplexität, dem Druck, ständig in Forschung und Entwicklung zu investieren, sowie einem weltweiten Mangel an geeigneten Fertigkeiten zu kämpfen“, sagt John Blankendaal, Direktor von Brainport Industries.

Foto: Bart van Overbeeke

"Wir verstehen wie kein anderer, dass wir zusammenarbeiten müssen um wettbewerbsfähig zu sein."

Blankendaal erklärt, dass bei der Gründung von Brainport Industries die Motivation der Lieferanten des HTSM-Sektors - wozu auch viele KMU zählen - gewesen sei, zusammenzuarbeiten um zu überleben. „Wir haben mit sieben Unternehmen begonnen und vertreten derzeit 107 Unternehmen jeder denkbaren Größenordnung. Wir verstehen wie kein anderer, dass wir zusammenarbeiten müssen um wettbewerbsfähig zu sein.“

Willem Endhoven, Direktor der überregionalen Branchenorganisation HighTechNL, sieht in Brabant eine gesunde Arbeitsweise unter Hightechunternehmen in der Region. „Mir fällt die gut kultivierte Haltung in der Region Brabant auf: Kommt, setzen wir uns zusammen, trinken wir einen Kaffee, sehen wir mal, was wir gemeinschaftlich haben. Ganz praxisorientiert; eine Anschauung mit dem Grundgedanken, dass man schneller und besser vorankommt, wenn man sich gemeinsam bewegt. In der Hightechindustrie ist alles dermaßen kapital- und wissensintensiv, dass es hilfreich ist, zunächst gemeinsam die Grundlagen zu erarbeiten, bevor jeder seinen eigenen Bereich ausarbeitet.“

Im Rahmen der Ausführung der Spitzensektorenpolitik auf provinzialer Ebene hat die Provinz Nordbrabant eine Strategie bejaht, die einigen der von ihr innerhalb des regionalen Hightech-Ökosystems festgestellten Schwachstellen entgegenwirken soll. Dazu gehört die Verminderung der Abhängigkeit einiger großer regionaler Beteiligten, das Finden von Möglichkeiten zur Optimierung von Wissen und Kapazität sowie das Ausmaß der Erweiterung des Wissens in der Region.

"Zunächst gemeinsam die Grundlagen erarbeiten, bevor jeder seinen eigenen Bereich ausarbeitet."

Foto: Bart van Overbeeke

Die Brabanter Entwicklungsgesellschaft BOM sieht, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Brabanter HTSM-Sektors seine Wurzeln in der Kosteneffektivität der Produktion hat. Zum Erhalt ihres Status als „Europas Herz der intelligenten Lösungen“ wird sich die Region auch weiterhin auf die zunehmende Nachfrage des Marktes nach Maßlösungen, kürzeren Lieferfristen sowie hochwertiger Qualität ausrichten müssen, schreibt BOM in ihrer Langzeitvision. Die dazu erforderliche Flexibilität, schnelle Umlaufzeit sowie Produktion rund um die Uhr bedeuten, dass „die Verbindung zwischen Forschung & Entwicklung und Produktion sowie die Organisation der Wertkette an Stellenwert gewinnen. Eine starke Lieferkette mit einer gesunden Zusammenarbeit zwischen Lieferanten und Kunden ist für die Wettbewerbsfähigkeit der Brabanter Unternehmen von wesentlicher Bedeutung.“

Die Provinz Nordbrabant hat in ihrem Ausführungsprogramm 2017-2020 ein Investitionsziel von mindestens 340 Millionen Euro - einschließlich einer Koinvestition in Höhe von 17,5 Millionen Euro aus eigenen Mitteln - in HTSM über diesen Zeitraum angekündigt. Wichtiger Bestandteil der Investitionsbestrebungen der Provinz ist der Brainport Industries Campus, der die Zusammenarbeit zwischen Unternehmertum, Entwicklung und Bildung organisiert und perfektioniert, indem das Ganze unter einem Dach untergebracht wird.

Foto: Bart van Overbeeke

"Wir fragen Unternehmen, welche Probleme sie gern mit Hightech lösen würden, und lassen sie von Studierenden bei ihren Innovationen unterstützen."

Das Fontys Fachzentrum HTSM wurde 2013 mit dem Ziel gegründet, Wissen aus Forschung und Bildung auf Grundlage der Bedürfnisse der Lieferanten und Original Equipment Manufacturers – also der Fertigungsindustrie – weiterzuvermitteln. Das ist ein deutliches Beispiel der auf Partnerships gründenden Vorgehensweise zur Stimulation von Innovationen im Hightechsektor in der Region. Kees Adriaanse, Programmleiter des Zentrums, erklärt, dass „wir Unternehmen danach befragen, für welche Probleme sie Hightechlösungen suchen, um sie anschließend von Studierenden bei ihren Innovationen unterstützen zu lassen. Diese Vorgehensweise ergibt neue Kenntnisse für Unternehmen und für Fontys selbst.“

Das Zentrum arbeitet jährlich mit etwa vierzig kleinen und mittleren Unternehmen sowie mit etwa zehn großen Herstellern zusammen. Adriaanse sieht es als Aufgabe von Fontys, angewandte Forschung zu betreiben, die auf Grundlagenforschung von Universitäten gründet, sodass Anwendbarkeit und kommerzielle Auswirkungen näherkommen.

Die Statistiken von BOM beschreiben einen großen, blühenden HTSM-Sektor in Brabant: Etwa 14.000 Unternehmen und 112.000 Beschäftigte sind direkt am Sektor beteiligt. Aufgrund der ständigen Innovationen bei Herstellungsverfahren und Produkten will BOM gemeinsam mit anderen regionalen Stakeholdern dafür sorgen, dass der HTSM-Sektor tatsächlich auch weiterhin die Position von Brabant als einer der wettbewerbfähigsten industriellen Cluster der Welt verstärkt.

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