Green Chemistry Campus in Bergen op Zoom, fotografie Merlin Daleman

Bonbonwickel aus Kartoffelresten

Der Green Chemistry Campus, der Ort für junge Technologieunternehmen, ist im Kommen. Lesen Sie über die neuen Zusammenarbeitsverbände, neue Investitionen und das neue Gebäude. Der Inhalt der Brabant Brand Box darf kostenlos für positive Darstellungen von Brabant verwendet werden. 

Neue Jobs und eine bessere Umwelt durch den Green Chemistry Campus

Lachend steht Petra Koenders zwischen meterhohem Riesen-Chinaschilf. Das Schilf wächst am Green Chemistry Campus (GCC) in Bergen op Zoom und ist der Rohstoff für eines der von den Unternehmen am GCC entwickelten Produkte. Petra ist seit Juni 2017 Geschäftsführerin des Campus. „Der GCC unterstützt beim Übergang auf eine grüne Chemie und Wirtschaft.“

Die Unternehmen am Campus untersuchen, wie pflanzliche Restabfälle und bestimmte Gewächse als Grundstoff für die chemische und Verpackungsindustrie verwendet werden können. Petra: „Daraus entstehen besondere Produkte. Wie Bonbonwickel aus Kartoffelresten und nachhaltiger „grüner“ Beton.“

Green Chemistry Campus, fotografie Merlin Daleman
Foto: Merlin Daleman

Aber die Wirtschaft muss sich auf nachwachsende Rohstoffe und Biomasse ausrichten

Nachwachsende Rohstoffe

Die Erdölvorräte gehen sowieso zur Neige. Das bedeutet, dass die Wirtschaft keine andere Wahl hat als nachhaltiger zu werden und sich auf nachwachsende Rohstoffe und Biomasse auszurichten. Zugleich hilft diese „biobasierte Wirtschaft“ bei der Lösung eines anderen Riesenproblems: die wachsenden Müllberge. In den Niederlanden produzieren wir jährlich 59 Millionen Tonnen Hausmüll. Ein Großteil davon ist pflanzlich: potenzielle Grundstoffe für die Unternehmen am GCC.

Biorizon und Bioaromaten

Petra Koenders: „Eines unserer Unternehmen am GCC, das Grundstoffe aus Abfällen gewinnt, ist Biorizon, ein Shared Research Center. Biorizon forscht nach der Herstellung von Bioaromaten aus pflanzlichen Abfällen und Holz. Grüne Chemie von ihrer besten Seite. Weltweit besteht in der chemischen Industrie eine große und wachsende Nachfrage nach Aromaten. Man braucht sie für beispielsweise Farbe, Reinigungsmittel und Kosmetik.

Biorizon in Bergen op Zoom, Melchert MzS
Foto: Melchert Meijer zu Schlochtern

Versuchsfabrik

Petra: „Bisher wurden Aromate aus Erdöl gewonnen. Biorizon hat Pläne für eine Versuchsfabrik. Wenn wir durch sie langfristig Bioaromaten aus biogenen Reststoffen aus Landwirtschaft und Gartenbau sowie aus Zellulose (wie Windelkern) herstellen können, dann ist das überhaupt gut für unsere Umwelt. Die Abfallberge werden kleiner, der CO2-Ausstoß viel geringer.“ Bei Biorizon arbeiten TNO, das flämische VITO, das niederländische Energieforschungszentrum (Energieonderzoek Centrum Nederland) sowie der GCC zusammen.

Schälchen aus Riesen-Chinaschilf

Ein weiteres schnell wachsendes Unternehmen am GCC ist NNRGY Crops, das das Riesen-Chinaschilf erzeugt, wo Petra gerade mittendrin steht. „Die haben hier ganz klein angefangen. Aus dem Schilf hat man Baustoffe entwickelt, aber auch so genannte „Vibers“, Granulat, aus dem sich Bioplastik, Folien und Verpackungsmaterialien herstellen lassen.“ Die Aktivitäten am GCC bringen eine nachhaltige Zukunft näher und schaffen Arbeitsplätze: 2018 beginnt NNRGY Crops mit einer Fabrik in der Region zur Herstellung von Vibers. „Die Investoren haben sich bereits gefunden.“

Nachfrage nach nachhaltigen Produkten

Die Nachfrage nach biobasierten Produkten muss vom Verbraucher kommen, meint Petra Koenders. Und danach vom Produzenten. Das geschieht bereits und Klein- und Mittelbetriebe sind dabei wichtige Partner. „Nicht umsonst befinden sich am Campus hauptsächlich Klein- und Mittelbetriebe.“ Einer der Initiativnehmer des GCC, Willem Sederel, sagt: „Klein- und Mittelbetriebe sind der Innovationsmotor der grünen Wirtschaft. Sie sorgen für Innovationen und treiben größere Unternehmen an.“ Willem ist ehemaliger Geschäftsführer von SABIC Plastics und ein Visionär im Bereich der biobasierten und Kreislaufwirtschaft.

"Wir bekommen dieses Jahr eine wunderbare, erweiterbare Demohalle mit Laboren"

Herausforderungen

Die ersten Jahre seines Bestehens war der Campus besonders erfolgreich, zwischen 2014 und 2016 war es jedoch schwierig. Petra: „Mit dem sinkenden Erdölpreis sank auch die Notwendigkeit für die Industrie. Zudem war der Campus noch immer von SABIC abhängig, auf dessen Gelände er seinen Sitz hat. Schließlich wirkte sich auch die Krise negativ aus.“ Inzwischen sieht es schon wieder ganz anders aus: der GCC least jetzt sein Grundstück von SABIC, der Campus hat seinen eigenen Eingang und es kommen zu den heutigen 11 Unternehmen wieder neue hinzu.

Neue Investitionen

Der Green Chemistry Campus ist also im Kommen. Es gibt neue Zusammenarbeitsverbände und es wurden neue Investitionen hereingeholt. Und auf dem Campus wird eifrig gebaut. Petra: „Wir bekommen im September 2018 eine wunderbare, gut ausgestattete Demohalle hinzu. Für den Bau werden möglichst grüne Materialien sowie Materialien aus der Kreislaufwirtschaft verwendet. Dort werden Labore entstehen, wo Unternehmen ihre Verfahren und Produkte testen können.“ Die Demohalle ist erweiterbar, sowohl in der Länge als auch in der Höhe. Also bereit für die Zukunft.

Agrarpartner

Ein großer Vorteil des Standorts in Bergen op Zoom ist die große Anzahl agrarischer Unternehmen in der Region: die Lieferanten der Biomasse. Petra: „Die Partnerschaft mit ihnen ist wichtig für Unternehmen am GCC. Für die richtigen Eigenschaften ihrer Grundstoffe möchten sie über beispielsweise Züchtung und Saatgutveredelung mitreden.“ Merkmale des GCC sind die Open Innovation und die Suche nach Partnern. Auch mit Cosun, dem agrarischen Teil des niederländischen Zuckerherstellers Suiker Unie, will der Campus zusammenarbeiten: „Um noch mehr brauchbare biogene Reststoffe zu erhalten.“

Partner Green Chemistry Campus

Am GCC haben per März 2018 12 Unternehmen ihren Sitz: Biorizon, BioTorTech, Centre of Expertise Biobased Economy, Groenevaert, Millvision, Nettenergy, Nimaro Ageno Consult, NNRGY Crops, Retoplast, TNO und VITO, Rubia 100% Natural Colours. Founding Partners vom GCC sind die Provinz Nordbrabant, REWIN sowie die Gemeinde Bergen op Zoom.

Green Chemistry Campus in Bergen op Zoom, fotografie Merlin Daleman
Foto: Merlin Daleman

Mehrwert Green Chemistry Campus

Petra Koenders ist vom Mehrwert des GCC für die Wirtschaft und die Region überzeugt. „Wir bieten Einrichtungen und Dienstleistungen für Unternehmen, die ihre biobasierten Innovationen ausweiten wollen: Vermietung von Laboren und Arbeitsräumen, aber auch Unterstützung bei der Finanzierung, beim Marketing und bei der Unternehmensführung. Auch Unternehmen, die woanders ihren Sitz haben, können wir auf diese Weise unterstützen. Wir möchten Unternehmen miteinander verbinden und so den Austausch fördern. Zudem möchten wir die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region unterstützen.“

Ihre persönlichen Motive, um für den Green Chemistry Campus zu arbeiten, sind für sie eine klare Sache: „Ich möchte meinen Beitrag zu einer grüneren und nachhaltigeren Welt leisten. Damit ich den Enkelkindern, die ich hoffentlich irgendwann einmal bekommen werde, einen gesunden Planeten hinterlassen kann.“

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