Petra Koenders über die Arbeit auf dem Green Chemistry Campus in Bergen op Zoom - Brabant Brand Box

Bonbonwickel aus Kartoffelresten

Der Green Chemistry Campus, der Ort für junge Technologieunternehmen, ist im Kommen. Lesen Sie über die neuen Zusammenarbeitsverbände, neue Investitionen und das neue Gebäude.

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Neue Jobs und eine bessere Umwelt durch den Green Chemistry Campus

Lachend steht Petra Koenders im meterhohen Elefantengras. Dieses Gras wächst auf dem Green Chemistry Campus (GCC) in Bergen op Zoom und ist der Rohstoff für eines der Produkte, die die Unternehmen beim GCC entwickeln. Petra Koenders ist seit 2017 Direktorin des Campus. „Der GCC bietet Unterstützung bei der Transition zu einer grünen Chemie und Wirtschaft.“

Die Unternehmen auf dem Campus untersuchen, wie pflanzliche Abfälle und bestimmte Pflanzen als Rohstoffe für die chemische Industrie und für die Herstellung von Verpackungs- und Baumaterialien genutzt werden können. Koenders: „Das führt zu ganz besonderen Produkten. Wie Süßwarenverpackungen aus Kartoffelresten und umweltfreundlichem „grünen“ Beton.“

Petra Koenders über die Arbeit auf dem Green Chemistry Campus in Bergen op Zoom - Brabant Brand Box
Foto: Merlin Daleman

'Die Wirtschaft muss sich auf erneuerbare Energien und Biomasse konzentrieren.'

Nachwachsende Rohstoffe

Das Öl geht uns aus, das ist sicher. Das bedeutet, dass die Wirtschaft keine andere Wahl hat, als nachhaltiger zu werden und sich auf erneuerbare Energien und Biomasse zu konzentrieren. Gleichzeitig hilft diese „Biobased Economy“ dabei, gegen ein weiteres großes Problem vorzugehen: die wachsende Abfallmenge. Allein in den Niederlanden produzieren wir 59 Millionen Tonnen Hausmüll pro Jahr. Ein großer Teil davon ist pflanzlich: potenzieller Rohstoff für die Unternehmen auf dem GCC.

Biorizon und Bio-Aromaten

Petra Koenders: „Eines der Unternehmen beim GCC, das Rohstoffe aus Abfällen gewinnt, ist Biorizon, ein „Shared Research Center“. In der neuen Demo-Facility des Campus arbeitet Biorizon an der Intensivierung der Forschung zur Herstellung von Bio-Aromaten aus pflanzlichen Abfällen und holzigen Abfallströmen. Grüne Chemie in Bestform. Weltweit herrscht bei der chemischen Industrie eine große, zunehmende Nachfrage nach Aromaten. Sie werden beispielsweise für Farben, Waschmittel und Kosmetika benötigt.

Versuchsfabrik

Koenders: „Jetzt werden Aromaten noch aus Öl gewonnen. Biorizon hat Pläne für eine Versuchsfabrik. Wenn wir über sie in Zukunft Bioaromaten aus Abfallströmen aus Landwirtschaft und Gartenbau und aus Zellulose (z.B. Windelfüllung) herstellen können, wird dies unserer Umwelt an allen Fronten zugutekommen. Der Abfallberg wird kleiner, die CO2-Emissionen werden deutlich geringer." Bei Biorizon arbeiten TNO (Niederländische Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung) die flämische Forschungsorganisation VITO, ECN Part of TNO und der GCC zusammen.

Schälchen aus Elefantengras

Ebenfalls in steilem Wachstum befindet sich das Unternehmen Vibers, das das Elefantengras anbaut, in dem Petra Koenders posiert. „Die haben hier ganz klein angefangen. Aus diesem Elefantengras haben sie Baustoffe, aber auch „Vibers“ entwickelt – Granulate, aus denen Biokunststoffe hergestellt werden können – Folien und Verpackungsmaterialien." Die Aktivitäten auf dem GCC bringen eine nachhaltige Zukunft näher und schaffen gleichzeitig Arbeitsplätze."

Nachfrage nach nachhaltigen Produkten

Die Nachfrage nach biobasierten Produkten muss vom Verbraucher kommen, meint Petra Koenders. Und dann vom Erzeuger. Dies geschieht bereits, und kleine und mittlere Unternehmen sind dabei wichtige Partner. „Nicht umsonst kommen die Unternehmen auf dem Campus überwiegend aus dem Mittelstand.“ Einer der Initiatoren des GCC, Willem Sederel, sagte: „Der Innovationsmotor für die grüne Ökonomie sind die kleinen und mittleren Unternehmen. Sie sorgen für Innovationen und treiben die größeren Unternehmen voran.“ Sederel ist ehemaliger Leiter von SABIC Plastics und ein Visionär auf dem Gebiet der biobasierten und zirkulären Wirtschaft."

Herausforderungen

In den ersten Jahren seines Bestehens florierte der Campus, aber die Jahre zwischen 2014 und 2016 waren schwierig. Koenders: „Durch den niedrigen Ölpreis sank der Druck auf der Industrie. Der Campus war auch von SABIC abhängig, auf dessen Gelände wir uns befinden. Und schließlich war die Krise auch nicht gerade hilfreich.“ Inzwischen sieht es schon wieder ganz anders aus: Der GCC pachtet nun sein Gelände von SABIC, die neue nachhaltig gebaute Demo-Facility ist fast voll, das Team wurde um eine Reihe von Experten erweitert und die Zahl der Unternehmen auf dem Campus hat sich innerhalb eines halben Jahres verdoppelt, auch dank des sehr erfolgreichen BioVoice-Programms. BioVoice koppelt Innovationsthemen größerer und großer Unternehmen an Lösungen kleiner Unternehmen und bietet anschließend auch Unterstützung bei der Umsetzung. Das Ergebnis: 13 Innovationsverträge und 125.000 € an Innovationsgutscheinen. Die nächste Runde beginnt Anfang 2020. 

Partner in der Landwirtschaft

Ein großer Vorteil des Standortes in Bergen op Zoom sind die vielen landwirtschaftlichen Betriebe in der Region: Anbieter von Biomasse. Koenders: „Die Partnerschaft mit ihnen ist für die Unternehmen beim GCC wichtig. Für die richtigen Eigenschaften ihrer Rohstoffe wollen sie beispielsweise Einfluss auf Anbau und Saatveredelung haben.“ Kennzeichnend für den GCC sind die offene Innovation und die Suche nach Partnern. Auch mit Cosun, dem Mutterunternehmen der „Suiker Unie“, will der Campus zusammenarbeiten: „Um noch mehr nutzbare Abfallströme zu erschließen."

„Ich möchte zu Ökologisierung und Nachhaltigkeit der Welt beitragen. Damit ich meinen Enkeln, die ich hoffentlich eines Tages haben werde, einen gesunden Planeten hinterlassen kann!"

Auf dem Green Chemistry Campus in Bergen op Zoom - Brabant Brand Box
Foto: Merlin Daleman

Mehrwert Green Chemistry Campus

Petra Koenders ist vom Mehrwert des GCC für Unternehmen und die Region überzeugt. „Wir bieten Einrichtungen und Dienstleistungen für Unternehmen, die ihre biobasierten Innovationen ausbauen wollen: Vermietung von Laboreinrichtungen und Arbeitsplätzen, aber auch Unterstützung bei Finanzierung, Marketing und Betriebsführung. Auch Unternehmen mit Sitz an anderen Standorten können wir auf diese Weise unterstützen. Wir wollen gerne Unternehmen in Kontakt bringen, um gegenseitigen Austausch zu fördern. Und dazu beitragen, mehr Arbeitsplätze in der Region zu schaffen.“

Auf die Frage nach ihrer persönlichen Motivation, für den Green Chemistry Campus zu arbeiten, hat sie eine klare Antwort. „Ich möchte zu Ökologisierung und Nachhaltigkeit der Welt beitragen. Damit ich meinen Enkeln, die ich hoffentlich eines Tages haben werde, einen gesunden Planeten hinterlassen kann!"

Neue, nachhaltig gebaute Demo-Anlage auf dem Green Chemistry Campus
Foto: Green Chemistry Campus

Partner

Im Oktober 2019 sind auf dem GCC unter anderem folgende Unternehmen tätig: Shared Research Center Biorizon, BioTorTech, Centre of Expertise Biobased Economy, Groene Vaert, Nettenergy, Nimaro Ageno Consult, Vibers, TNO und VITO, Rubia 100% Natural Colours, Impershield, Gova, Gooskens Hout, Dutch Water Tech, Cyber Colloids und Alpha Packaging Europe. Gründungspartner des GCC sind die Provinz Noord-Brabant, REWIN und die Gemeinde Bergen op Zoom.

Für weitere Informationen siehe:

Artikel zuletzt aktualisiert am Oktober 11, 2019. 

 

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