Threesixty/De Verspillingsfabriek, Frenk van den Berg, Photo Melchert MzS

THREE-SIXTY gegen Verschwendung

Bei THREE-SIXTY in Veghel bedenkt man innovative Lösungen für eine Kreislaufwirtschaft. Ein tolles Beispiel ist die Verspillingsfabriek (Verschwendungsfabrik). Die Inhalte der Brabant Brand Box dürfen kostenlos für positive Darstellungen von Brabant verwendet werden.

Fünf Milliarden Euro

So viel wird in den Niederlanden jährlich an Nahrungsmitteln verschwendet. Niederländische Verbraucher kaufen zwanzig Prozent zu viel ein, kochen dreißig Prozent zu viel und werfen zwanzig Prozent weg. Und dazu kommt noch die Verschwendung der Nahrungsmittelerzeuger, der verarbeitenden Industrie, von Läden und Restaurants. Was verschwendet man am meisten? Obst und Gemüse. Vom Innovationszentrum THREE-SIXTY aus will die Verspillingsfabriek in Veghel dem ein Ende bereiten. Hier werden Überschüsse, Reste sowie Produkte, wovor der Verbraucher die Nase rümpft, in gesunde Suppen und Soßen umgewandelt.

Und da die Verspillingsfabriek entstellte Zucchini, weniger formschöne bunte Paprikas und überreife Tomaten günstig einkaufen kann, kann sie viel davon in ihre Suppen und Soßen stecken. Zum Beispiel: Ketchup einer bekannten Marke enthält acht Prozent Tomaten. Der Ketchup der Verspillingsfabriek einundsiebzig Prozent. Außerdem werden weder Zucker noch Konservierungsstoffe zugesetzt. „Barstensvol!“ - also Proppenvoll, das ist der berechtigte Name der Suppe aus Veghel. Außer gegen Nahrungsmittelverschwendung will die Fabrik auch etwas gegen die Verschwendung von Talent tun: Ein Großteil der Arbeiten wird von Menschen mit geringen Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt erledigt.

Threesixty/De Verspillingsfabriek Veghel, photo Melchert MzS
Foto: Melchert Meijer zu Schlochtern
Threesixty/De Verspillingsfabriek
Foto: Melchert Meijer zu Schlochtern

In der Verspillingsfabriek werden Produkte, wovor der Verbraucher die Nase rümpft, in gesunde Suppen und Soßen umgewandelt

THREE-SIXTY: Innovative Lösungen für eine Kreislaufwirtschaft

Die Verspillingsfabriek ist Teil von THREE-SIXTY  , einem Treffpunkt für Unternehmer, Investoren, Start-ups, gesellschaftliche Organisationen, Forscher und Studierende, die gemeinsam innovative Lösungen für eine Kreislaufwirtschaft bedenken – eine Wirtschaft, in der so möglichst viele Produkte und Grundstoffe wiederverwertet werden. Es ist eine Initiative von Bob Hutten, dem Direktor von Hutten Catering. Sein Streben: Dass THREE-SIXTY das internationale Kenntnis- und Kompetenzzentrum im Kampf gegen (Nahrungsmittel)Verschwendung wird. Wichtige Partner und „Bewohner“ sind Wageningen University & Research (WUR), HAS Hogeschool, MVO Nederland, die Brabantse Ontwikkelings Maatschappij (BOM), Stichting AANtWERK sowie Milgro, das sich unter anderem mit Abfallmanagement befasst.

1400 Schülerinnen und Schüler zu Besuch

Auch die Food Waste Xperts  haben ihren eigenen Platz in THREE-SIXTY. Dorthin können sich Unternehmer wenden, die etwas gegen Nahrungsmittelverschwendung tun möchten. Zusammenarbeit und Erneuerung, Kenntnisaustausch sowie die Förderung von Verbindungen, darum geht es. Aber auch Informationsvermittlung und Bildung sind wichtig. Im März 2018 – dem Monat im Zeichen von „Gemeinsam gegen Verschwendung“ (siehe Textrahmen) – wird die Verspillingsfabriek von etwa 1400 Grund-, Sekundar- sowie Berufsschülerinnen und -schülern besucht. Denn wer die Jugend hat, der hat die Zukunft. An einem der letzten Tage des Monats sind vierzehn Schülerinnen und ein Schüler von Het Hooghuis West in Oss, einer praxisorientierten Berufsfachschule (vmbo) an der Reihe.

Wiederverwertung alter Materialien

Wiederverwertung alter MaterialienDie Neuntklässler der Fachrichtung Pflege & Soziales bekommen vom Gastherrn Frenk van den Berg von Hutten Catering Informationen über die Verspillingsfabriek und selbstverständlich auch eine Führung. Dabei fällt es auf, dass THREE-SIXTY (ein Kreis hat 360°) seinem Namen alle Ehre antut: bei der Einrichtung des ehemaligen Distributionszentrums – einem Gebäude, das lange leer stand – hat man verschiedene alte Materialien wiederverwertet. Die Stühle des „Hörsaals“ stammen beispielsweise aus den Gates von Schiphol Airport.

Ketchup probieren

Probieren gehört bei dem Besuch einer Lebensmittelfabrik dazu. Die Schülerinnen und Schüler von Hooghuis dürfen blind Ketchup probieren. Sodass sie - davon ist Van den Berg überzeugt - selbst erleben, dass das fast nur aus Tomaten bestehende Produkt der Verspillingsfabriek viel besser schmeckt als der Ketchup einer bekannten Marke, der pro Flasche etwa vierzig Würfel Zucker enthält. Das Ergebnis war jedoch überraschend. Bis auf eine Ausnahme bevorzugten die Jugendlichen den Geschmack, den sie bereits kannten: den Ketchup mit dem vielen Zucker. Das wäre also eine Aufgabe für die Verbraucher, meint Frenk van den Berg: „Wir müssten uns an einen „puren“ Geschmack gewöhnen.“

Das wäre also eine Aufgabe für die Verbraucher, meint Frenk van den Berg: "Wir müssten uns an einen „puren“ Geschmack gewöhnen."

Threesixty/De Verspillingsfabriek, Frenk van den Berg, Photo Melchert MzS
Foto: Melchert Meijer zu Schlochtern

Tipps für Restaurants und Schulkantinen

Vor ihrem Besuch an die Verspillingsfabriek haben die Jugendlichen in Gruppen
Präsentationen vorbereitet. Ihr Auftrag: Überlege dir, welche Möglichkeiten es gibt, gegen Lebensmittelverschwendung vorzugehen. Die Weise, worauf sich die vierzehn Schülerinnen und der Schüler von Hooghuis auf die Bühne des Hörsaals begeben, verrät, dass sie viel lieber woanders wären. Aber als sie ihre Ideen präsentieren, merkt man, dass ihnen das Thema schon wichtig ist. Die erste Gruppe möchte Lebensmittelverschwendung in Restaurants bekämpfen und schlägt vor, Doggybags zu verwenden, sodass man die Reste mit nach Hause nehmen kann. Van den Berg freut sich vor allem über ihre zweite Idee: Biete Gästen die Möglichkeit, eine kleine, mittlere oder große Portion zu wählen. Die zweite Gruppe hat Tipps für die Schulkantine: Reste entweder einfrieren oder der Tafel zur Verfügung stellen. Und zum Einkaufen eine Liste mitnehmen, sodass man nur das kauft, was man wirklich braucht. Wenn es an diesen Jugendlichen aus Brabant läge, gehörte Nahrungsmittelverschwendung der Vergangenheit an.
  

Brabant – We Are Food : Gemeinsam gegen Verschwendung

Brabant ist 2018 „Europäische Region der Gastronomie“. Denn, so sagen die beteiligten Organisationen, die Essenszubereitung mit viel Liebe, der Genuss, aber auch die erforderlichen Neuerungen, das sitzt uns in unseren Genen:  We Are Food. Das Thema dieses Jahres ist Besser essen in Brabant. Und dazu gehört auch: so wenig wie möglich Essen verschwenden. März 2018 steht deshalb im Zeichen von „Gemeinsam gegen Verschwendung“. Engagement-Botschafter ist Bob Hutten, Direktor von Hutten Catering und Initiativnehmer von THREE-SIXTY sowie der Verspillingsfabriek.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Informiert bleiben

Die letzten Neuigkeiten über Agro-Food in Ihrer Mailbox? Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an und erhalten Sie unser Mailing über Agro-Food.

 

Das interessiert Sie vielleicht:

Ravanello in Breda, Ralph Geerts, photo Karlijn van den Elshout

Brabant: Europäische Gastronomieregion 2018

Fooddesigner Geerts arbeitet mit Essen aus Brabant, mit Bauern, Köchen, Verbrauchern. Im Mittelpunkt: kulinarische Neuerungen, Nachhaltigkeit, Gastfreundschaft.

PlantLab

Frische Lebensmittel an jeder Straßenecke

Mit Hightech-Landwirtschaft die Welt ernähren und gesünder machen, ohne die Erde zu schwer zu belasten? Die Technologie von PlantLab ändert weltweit die Nahrungsmittelproduktion.

Chloé Rutzerveld

Chloé Rutzerveld entwirft die Nahrungsmittel von morgen

Food- und Konzeptdesignerin Chloé Rutzerveld regt Menschen dazu an, sich kritisch mit Lebensmittelproduktion und -konsum auseinanderzusetzen.

Selbstverständlich verwenden wir Cookies!

Cookies tragen zur einwandfreien Funktion der Website bei. Und mit Cookies haben wir die Möglichkeit auch andere interessante Geschichten rund um Brabant mit Ihnen zu teilen – über Werbung auf Social Media und andere Websites. Einverstanden? 

Mehr erfahren über Cookies und wie wir mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen?